DawaFFM

Das am 13. März 2013 verbotene Missionierungsnetzwerk DawaFFM trat erstmals im Jahr 2008 mit einem eigenen Video-Kanal auf der Internetplatt­form YouTube in Erscheinung und verstand sich als eine kleine Gruppe junger Frankfurter Muslime mit der Aufgabe, systematische Missionierung zu betrei­ben. Zu den Zielgruppen von DawaFFM gehörten neben jungen Muslimen ins­besondere Konvertiten. In Hessen nahm DawaFFM bis zu seinem Verbot eine der bedeutendsten Rollen im Bereich des politischen Salafismus ein.

 

Seine Ideologie verbreitete das Missionierungsnetzwerk vor allem über das In­ternet. Neben verschiedenen YouTube-Kanälen und Auftritten in sozialen Netzwerken betrieb es eine eigene Website. Über diese Präsenzen boten Sa­lafisten unter anderem zahlreiche Videovorträge über ein aus ihrer Sicht is­lamkonformes Leben an. Die dort abrufbaren Inhalte dienten sowohl der ideologischen Indoktrinierung als auch der Gewinnung neuer Anhänger. Ne­ben dem Internet bildeten bundesweite, zum Teil mehrtägige, „Islamsemi­nare“ und „Islamunterrichte“ eine weitere Stütze der Agitation des Missionie­rungsnetzwerks. Zur Festigung der Einbindung in die salafistische Szene orga­nisierten DawaFFM-Akteure auch Freizeitaktivitäten wie gemeinsame Fußball­spiele und Grillfeste für Jugendliche.

 

Ferner unterstützte DawaFFM die bundesweite Koranverteilaktion „LIES!“, in­dem es Infostände betrieb. Mit dieser offensiven Propaganda verfolgte DawaFFM eine Radikalisierung von Muslimen und den Übertritt vor allem junger Menschen zum Islam in seiner salafistischen Auslegung.