Separatistische Bestrebungen

Separatismus bezeichnet politische Absichten von Teilen der Bevölkerung bzw. Organisationen, sich aus einem Staatsverband zu lösen, um einen eigenen Staat zu gründen bzw. sich einem anderen Staat anzugliedern. Insbesondere asiatische Ausländergruppierungen verfolgen solche Autonomiebestrebungen.

In Deutschland sind z. B. die "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) oder verschiedene Sikh-Organisationen aktiv. Sie bemühen sich um logistische Unterstützung ihrer Organisationen in den jeweiligen Heimatländern.

 

Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE)

Beispielhaft soll an dieser Stelle die LTTE aufgeführt werden.

 

Tamilen leben auf Sri Lanka und in Indien. Die separatistische Organisation "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) benutzt "Tamil Eelam" als Synonym für eine staatliche Eigenständigkeit auf Sri Lanka. Der Begriff ist in der tamilischen Sprache der Eigenname Sri Lankas.

 

Merkmale

Die LTTE wurden 1972 gegründet. Sie führen auf Sri Lanka einen blutigen Bürgerkrieg zur Schaffung eines eigenen Tamilenstaates. Dafür verübten die LTTE, die auch „Kindersoldaten“ in Kampfeinsätze schickten, zahlreiche Bombenanschläge und Selbstmordattentate. Der fast 26 Jahre andauernde Bürgerkrieg, dem schätzungsweise 80.000 Menschen zum Opfer fielen, endete am 18. Mai 2009 mit einer totalen militärischen Niederlage der LTTE. In der Schlussphase der Kämpfe gegen srilankische Regierungstruppen kam die gesamte Führung der Rebellen, darunter ihr Anführer Prabhakaran, ums Leben.
 

Die LTTE-Strukturen in der tamilischen Diaspora in Europa, Nordamerika und Australien blieben von der militärischen Niederlage unberührt und sind weiter aktiv.

 

Aktionen

In Deutschland und anderen westlichen Ländern finden regelmäßig Gedenk- und Protestveranstaltungen sowie Hungerstreikaktionen und Mahnwachen von LTTE-Anhängern statt. Bei den nicht immer friedlich verlaufenden Demonstrationen kam es in der Vergangenheit auch zu Gewaltanwendung, u. a. zu einer Selbstverbrennung am 14. Februar 2009 vor dem Gebäude der UN in Genf/Schweiz.
 

Das Demonstrationsaufkommen der LTTE-Anhänger ist seit Ende 2009 rückläufig. Lediglich zum jährlich stattfindenden „Heldengedenktag“ und zu regelmäßigen Gedenkmärschen - zuletzt am 18. Mai 2014 in Düsseldorf - können zum Teil mehrere Tausend Teilnehmer mobilisiert werden.

 

Restrukturierung

Nach der militärischen Niederlage und dem Tod ihres Anführers Prabhakaran herrschte bei den LTTE-Anhängern eine Zeitlang Orientierungslosigkeit.
 

Seit Sommer 2009 gibt es Anzeichen einer internationalen Restrukturierung der Organisation, wobei sich aber rivalisierende Lager innerhalb der LTTE gebildet haben. Ein Teil versucht, das gemeinsame Ziel eines eigenen Tamilenstaates mit demokratischen Mitteln zu erreichen, demgegenüber steht ein Hardlinerflügel, der weiterhin auf den Einsatz von Gewalt zur Durchsetzung der Ziele setzt.

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