Linksextremismus in Hessen - Ein Überblick aktueller Entwicklungen

15097465.jpg

Antifa-Aktivisten

Neben dem „Flüchtlings“-Thema konzentrierten sich Linksextremisten im Jahr 2015 besonders auf ihre traditionellen Themen- und Aktionsfelder „Antifaschismus“, „Antikapitalismus“ und „Antinationalismus“. Vor und nach einer Demonstration gegen eine von Linksextremisten als „faschistisch“ eingestufte Burschenschaft in Marburg (Landkreis Marburg-Biedenkopf) kam es zu Angriffen auf Personen und Sachbeschädigungen. Dabei blieb insgesamt die Zahl der Outings von Rechtsextremisten bzw. Personen, die Linksextremisten als solche einschätzen, gegenüber dem Jahr 2014 in etwa gleich.

Die linksextremistisch beeinflussten „antikapitalistischen“ Proteste gegen die Eröffnung des Neubaus der EZB in Frankfurt am Main am 18. März 2015 waren von schweren Straf- und Gewalttaten geprägt. Im Vorfeld hatten die Sicherheitsbehörden massive gewalttätige Ausschreitungen befürchtet. Bereits am frühen Morgen des 18. März 2015 zogen rund 4.000 gewalttätige und teilweise vermummte Autonome durch die Frankfurter Innenstadt, errichteten Barrikaden, die sie teilweise anzündeten, und griffen Polizeibeamte, Rettungskräfte und auch unbeteiligte Dritte an. Dabei wurden Polizei- und Privatfahrzeuge beschädigt und in Brand gesetzt, Fensterscheiben von Banken, Versicherungen und Geschäften zertrümmert und ein Polizeirevier massiv attackiert. Die eigentliche Demonstration des Blockupy-Bündnisses am späten Nachmittag mit etwa 17.000 Personen, darunter über 2.000 gewaltorientierte Linksextremisten, verlief aufgrund der hohen Polizeipräsenz überwiegend ohne Ausschreitungen, vereinzelt wurden erneut Polizeibeamte mit Stein- und Flaschenwürfen angegriffen. Bis in den späten Tag hinein kam es zu Sachbeschädigungen. Insgesamt wurden 150 Polizeibeamte verletzt, 170 Fahrzeuge beschädigt. Der Sachschaden lag nach Schätzung der Polizei bei mehr als zwei Millionen Euro. Im Nachhinein bewertete der Koordinierungskreis des Blockupy-Bündnisses die Proteste als ein „deutliches Zeichen für einen entschlossenen Widerstand gegen das Krisenregime und für ein anderes, solidarisches Europa“.

Die „antinationalistischen“ und linksextremistisch beeinflussten Proteste gegen die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit in Frankfurt am Main verliefen im Unterschied zum 18. März 2015 vergleichsweise friedlich. Unbekannte Täter verschütteten in den Zelten der Bundesregierung und des Bundesrates übelriechende Flüssigkeiten.

Haben Sie noch Fragen zu diesem Thema?

Eine Übersicht über die für das LfV Hessen relevanten Beobachtungsobjekte im Bereich Linksextremismus sowie weitere Informationen zu diesen, erhalten Sie in dem jeweiligen Jahresbericht.

Die bei uns erhältlichen Publikationen finden Sie hier.

Bei Fragen oder Anregungen wenden Sie sich jederzeit vertrauensvoll an uns.