18. Herbstgespräch 2016 - Rückblick

Am 1. Dezember 2016 fand das 18. traditionelle Herbstgespräch des Landesamtes für Verfassungsschutz Hessen zum Thema "Der Suizid-Terrorismus zum Mitmachen - Gefahren und Auswirkungen für Gesellschaft und Sicherheitslage" im Museum Wiesbaden statt.

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18. Herbstgespräch LfV Hessen

Mit Sorge stellen die Sicherheitsbehörden fest, dass der internationale islamistische Terrorismus über das Internet frei Haus Hilfe anbietet, um beim "Mitmach-Terrorismus" dabei sein zu können. Damit säen Terroristen vor allem bei Jugendlichen - losgelöst von aufwändigen Ausbildungen in Terror-Camps und Netzwerkstrukturen - die Saat des globalen Jihad. Das mörderische Angebot im Internet umfasst vielfältige Anschlagsszenarien inklusive handwerklicher Anleitungen.

„Die lebensmüden Jihadisten lassen sich einerseits durch das Heilsversprechen, als Märtyrer ins Paradies zu gelangen, anlocken. Andererseits erhoffen sie sich anschließend für ihre Taten eine weltweite Aufmerksamkeit durch die islamistische Propaganda der Terrororganisationen. Die Propaganda der Terrororganisationen insbesondere in den Sozialen Netzwerken animiert zum „Mitmachen“ und fand in Nizza, Würzburg und Ansbach drei Attentäter, die zu Mördern im Namen – nicht Allahs, nein – sondern im Namen des IS wurden.“, erläuterte Präsident Robert Schäfer in seiner Begrüßungsrede.

Der hessische Innenminister Peter Beuth sprach sich in seinem Impulsvortrag für eine Stärkung des Verfassungsschutzes aus: „In Zeiten, in denen Extremisten die Kommunikation über das Internet nutzen oder ihre Nachrichten verschlüsseln, um Anschläge vorzubereiten und zu koordinieren, müssen wir unsere Nachrichtendienste weiter stärken, indem wir ihre Kompetenzen behutsam und auf Grundlage unserer Verfassung erweitern. Es darf keine vom staatlichen Zugriff abgeschirmte virtuellen Diskussionsplattformen geben, in denen debattiert wird, wie möglichst viele Menschen getötet werden können. Potentielle Terroristen sollen sich weder in der Realität noch im Netz sicher fühlen“.

In der anschließenden Podiumsdiskussion unter der Moderation von Peter Wagner (ZDF) erörterten vor etwa 230 Besucherinnen und Besuchern die Experten Dr. Ole Diehl (Vizepräsident BND), Karen Krüger (Autorin und Journalistin), Prof. Dr. Hans Markus Heimann (Autor und Professor für Öffentliches Recht und Staatstheorie) und Ahmad Mansour (Psychologe und Publizist) die neuen sicherheitsbehördlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen durch den "Suizid-Terrorismus zum Mitmachen".