Warnung vor israelfeindlicher „Al-Quds“-Demonstration in Frankfurt am Main

Seit dem Jahr 2015 ist Frankfurt am Main neben Berlin jährlich Austragungsort der israelfeindlichen „Al-Quds“-Demonstrationen, die aus dem extremistischen schiitischen Spektrum heraus initiiert werden. Auch wenn derzeit noch keine Anmeldung für eine diesjährige „Al-Quds“-Demonstration in Frankfurt am Main vorliegt, weist das LfV Hessen vorab darauf hin, dass eine Demonstration durch die Absage der Berliner „Al-Quds“-Demonstration verstärkten Zulauf erhalten könnte. In diesem Jahr fällt der „Al-Quds“-Tag auf den 29. April 2022.

Bis auf einen pandemiebedingten Ausfall im Jahr 2020 fanden die Frankfurter „Al-Quds“-Demonstrationen seit 2015 regelmäßig statt, so dass sich Frankfurt am Main neben Berlin als fester Austragungsort etabliert hat. Während die Berliner „Al-Quds“-Demonstrationen eine breite öffentliche Aufmerksamkeit erfahren, ist dies in Frankfurt am Main nicht der Fall.

Die Frankfurter „Al-Quds“-Demonstrationen werden stets sehr kurzfristig unter unverfänglichen Titeln wie z.B. „Gegen den Krieg im Nahen Osten“ angemeldet und finden meist samstags, einen Tag nach dem offiziellen „Al-Quds“-Tag, statt. Dieses Jahr fiele die Demonstration damit auf den 30. April. Auch wenn derzeit noch keine Anmeldung vorliegt, ist die erneute Ausrichtung einer Frankfurter „Al-Quds“-Demonstration nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht unwahrscheinlich. Die israelfeindliche Agitation der Demonstrationen lässt sich seit deren Bestehen über die Redebeiträge, die Werbung im Internet und im Demonstrationszug mitgeführte Plakate belegen.

Die Berliner „Al-Quds“-Demonstration, die die bundesweit größte Veranstaltung dieser Art war, wurde in diesem Jahr nach öffentlicher Kritik und einer Verbotsankündigung durch die Berliner Innensenatorin vom Veranstalter abgesagt. Die Frankfurter „Al-Quds“-Demonstration könnte damit die bundesweit einzige größere Demonstration dieser Art sein. Nach der Absage der Berliner Demonstration steht zu befürchten, dass sie zudem noch weiter an Zulauf gewinnen könnte.

Das LfV Hessen warnt vor den Frankfurter „Al-Quds“-Demonstrationen als einem offen sichtbaren Zeichen des israelbezogenen Antisemitismus. Wer eine solche Veranstaltung ausrichtet oder an dieser teilnimmt, solidarisiert sich mit den Bestrebungen des iranischen Regimes, den Staat Israel zu vernichten.

Hintergrund:

Der internationale „Al-Quds“-Tag wurde 1979 vom iranischen Revolutionsführer Ruhollah Musawi Khomeini als ein „Tag [zur Befreiung] der Heiligen [Stadt Jerusalem] von zionistischer Besatzung“ ins Leben gerufen. „Al Quds“ bedeutet übersetzt „die Heilige“ und ist die arabische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem. Ziel des „Al-Quds“-Tages, der am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan begangen wird, ist eine weltweite Mobilisierung für die Eroberung und vollständige Herrschaft über Jerusalem durch den Islam.

Das iranische Regime verweigert dem israelischen Staat jegliche Anerkennung, denunziert ihn in seiner Propaganda regelmäßig als „kleinen Satan“ und strebt seine Vernichtung an. Andere terroristische islamistische Organisationen wie z.B. die mit einem Betätigungsverbot belegte „Hizb Allah“ teilen und verbreiten diese als antizionistischen Antisemitismus zu kategorisierende Propaganda ebenfalls.


Für mögliche Fragen stehen die Expertinnen und Experten des LfV Hessen Ihnen gerne zur Verfügung.
Das Präventionsteam des LfV Hessen ist telefonisch (0611/720-1966) oder per Mail (praevention@lfv.hessen.de) erreichbar

Stand: 19.04.2022

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