Gewaltbereiter Islamismus

Eine besondere Gefahr für die Sicherheit Deutschlands sind gewaltbereite Islamisten. Personen, die sich dem bewaffneten Kampf gegen die „Ungläubigen“ verschrieben haben, stellen die größte Bedrohung für deutsche Interessen im In- und Ausland dar.

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Kämpfer des Islamischen Staates

Begriff des „Jihad“

Der arabische Begriff „al-jihâd fî sabîli llah“ bedeutet „Anstrengung auf dem Weg Allahs“. Dabei unterscheidet man

  • den „großen Jihad“ – das Bemühen, sein eigenes religiös-moralisches Verhalten stetig zu verbessern –
  • vom „kleinen Jihad“ – dem bewaffneten Kampf gegen Feinde des Islams.

Somit ist der Begriff „Jihad“ nicht automatisch mit „heiligem Krieg“ gleichzusetzen. Trotzdem stellen gewaltbereite Islamisten genau diese Bedeutung des „Jihad“ in den Mittelpunkt ihrer Ideologie, um die Anwendung von Gewalt religiös zu legitimieren (Jihadisten).

 

Aus jihadistischer Perspektive befindet sich die Gemeinschaft der Muslime weltweit in einem „Verteidigungszustand“. Besonders die militärischen Auseinandersetzungen in Afghanistan und im Irak sehen Jihadisten als den Versuch des „ungläubigen Westens“, den Islam zu zerstören. Also sind Gewalt und Terroranschläge sowie der damit einhergehende Versuch, medienwirksam Angst und Schrecken zu verbreiten, für sie legitime Mittel, ihre extremistische Interpretation des Islam weltweit durchzusetzen und sich gegen diese „Angriffe des Westens" zu verteidigen.

 

Mujahidin

Die Personen sehen sich als sogenannte Mujahidin (Glaubenskämpfer), die den Islam gegen eine vermeintliche Aggression des Westens verteidigen. Den Tod nehmen sie dabei bewusst in Kauf. Auch Selbstmordattentate verherrlichen sie oft als verdienstvolle Taten von „Märtyrern“. In der jihadistischen Ideologie ist das Märtyrertum ein zentrales Element. Der Tod eines Muslims im bewaffneten Kampf gegen die „Ungläubigen“ garantiert jedem Jihadisten angeblich den Eingang in das Paradies und das Wohlgefallen Allahs. Durch diese Vorbilder sollen Muslime weltweit für den „Sieg des Islams“ mobilisiert werden.

Bei ihren gewaltsamen Aktionen verschonen islamistische Terroristen auch Muslime nicht: Ihr Tod bei Anschlägen wird als unvermeidlich hingenommen oder sie werden als „Ungläubige“ betrachtet, da sie die rigiden Glaubensvorstellungen der Mujahidin nicht teilen.

 

Ausbildungslager

Sowohl ideologisch als auch technisch lassen sich viele Islamisten, darunter auch Aktivisten aus Deutschland und Hessen, in terroristischen Ausbildungslagern schulen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse setzen sie entweder sofort im Kampf ein oder sie kehren nach Deutschland zurück, um hier weitere Islamisten durch ihre Erlebnisberichte zu radikalisieren und für den bewaffneten Kampf zu gewinnen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass sie unmittelbar mit Planungen für einen Anschlag beginnen.

 

Um solche Szenarien von vorn herein abzuwenden, ist es sinnvoll, bereits die Ausreise von gewaltbereiten Islamisten in terroristische Ausbildungslager bzw. in Kampfgebiete nach Möglichkeit zu unterbinden. Wiederholt konnten in der Vergangenheit in Hessen aufhältige Islamisten an einer solchen Ausreise gehindert werden.

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