Islamistische Organisationen

Neben gewaltbereiten Islamisten sind in Deutschland auch islamistische Organisationen tätig, die ihre verfassungsfeindlichen Ziele verbergen und vorgeben, sich im Rahmen der freiheitlichen demokratischen Grundordnung zu bewegen. Hierzu zählen unter anderem die "Muslimbruderschaft" (MB), die "Islamische Gemeinschaft Milli Görüş e.V." (IGMG) und die "Türkische Hizbullah".

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Symbol der Muslimbruderschaft

Obwohl von ihnen keine unmittelbare Gefährdung in Form von Gewalttaten ausgeht, müssen ihre Aktivitäten als Gefahr für die freiheitliche demokratische Grundordnung ernst genommen werden, zumal ihre Anhängerschaft die der gewaltbereiten Gruppierungen erheblich übersteigt.

Das Ziel solcher islamistischer Organisationen ist es, die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung durch langfristige Einflussnahme im Sinne einer islamistischen Ordnung umzugestalten.

 

Die "Muslimbruderschaft" (MB)

Beispielhaft sei hier die Muslimbruderschaft aufgeführt, welcher einer zentralen Rolle im internationalen Islamismus zu kommt. Sie wurde 1928 in Ägypten gegründet und ist heute in zahlreichen muslimischen wie auch westlichen Ländern vertreten.

 

Die MB kann als Mutterorganisation vieler heute existierender sunnitisch-islamistischer Organisationen angesehen werden. So ging aus ihr beispielsweise die palästinensische „Islamische Widerstandsbewegung“ (HAMAS) hervor. Auch Al-Qaida wurde maßgeblich von früheren Muslimbrüdern mitaufgebaut und übernahm Teile des Gedankengutes der MB.

 

Ideologie/Ziele

Unter dem Motto „Der Islam ist die Lösung, Gott ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unsere Verfassung. Der Jihad ist unser Weg. Der Tod für Gott ist unser nobelster Wunsch.“ strebt die MB eine vorrangig der Scharia verpflichtete Staats- und Gesellschaftsordnung an und wendet sich gegen die „kulturelle Verwestlichung“ in der arabischen Welt. Um ihre Ziele zu erreichen, wirkt die MB auf eine systematische Islamisierung bestehender gesellschaftlicher Strukturen hin.

 

In Deutschland wird das Gedankengut der MB vor allem durch die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland e. V.“ (IGD) und die „Muslimische Jugend in Deutschland e. V.“ (MJD) vertreten.

 

In Anlehnung an ihre ägyptische Mutterorganisation versucht die IGD durch soziales und religiöses Engagement sowie durch Dialogangebote Akzeptanz in der Gesellschaft zu finden. Letztlich zielen diese Versuche darauf ab, die Ideologie der MB gesellschaftsfähig zu machen.

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