Politischer und jihadistischer Salafismus

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Kämpfer des Islamischen Staates

Der jihadistische Salafismus beruht auf denselben ideologischen Grundlagen wie der politische Salafismus, sie unterscheiden sich jedoch in der Wahl der Mittel, mit denen sie ihre Ziele erreichen wollen.

  • Der Großteil der Salafisten versucht über Missionierung möglichst viele neue Anhänger zu gewinnen, das heißt vor allem Nicht-Muslime, Konvertiten sowie junge Muslime von ihrer Interpretation des Islam zu überzeugen (politischer Salafismus). Das politische Ziel der Salafisten ist die Einführung und Umsetzung des islamischen Rechts (arab. scharia), nach dessen Vorgaben das öffentliche und private Leben geregelt werden soll. Die Dawa ist für die Verbreitung der salafistischen Ideologie von maßgeblicher Bedeutung und findet durch Islamunterricht, Islamseminare, Infostände, Kundgebungen, Publikationen und Propaganda im Internet statt. Offene Aufrufe zur Gewalt vermeiden politische Salafisten zwar, lehnen „religiöse Gewalt“ zur Durchsetzung ihrer Ziele aber nicht prinzipiell ab (gewaltorientierter Salafismus).
     

  • Ein kleinerer Teil der Salafisten ist davon überzeugt, dass die Errichtung eines islamistischen Gottesstaats im Sinne ihrer Ideologie nur durch den bewaffneten Kampf möglich ist (jihadistischer Salafismus). Jihadistische Salafisten befürworten eine unmittelbare und sofortige Gewaltanwendung. Ihr zentrales Mittel ist somit nicht das Missionieren, sondern der bewaffnete Kampf.
     

Auch wenn sich die Anhänger beider Strömungen häufig gegenseitig kritisieren, sind die Übergänge fließend, da sich beide auf die gleichen Quellen beziehen und zudem im politischen Salafismus eine ambivalente Haltung zur Anwendung von Gewalt besteht.

 

Auf Grundlage „westlicher“ Rechtsnormen erlassene Gesetze lehnen Salafisten grundsätzlich ab. Demokratische – also durch freie Wahlen bestimmte – Regierungen und Parlamente bezeichnen sie als „Götzen“ (arab. tawaghit).

 

Die Mehrzahl der hessischen Salafisten ist dem politischen Salafismus zuzurechnen. Es besteht jedoch ein erhebliches Potenzial an jihadistischen Salafisten, das im Einzelfall bereit ist, insbesondere gegen politische Gegner oder vermeintliche „Feinde“ des Islam, Gewalt einzusetzen.

 

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