Was versteht man unter Linksextremismus?

Ziel linksextremistischer Bestrebungen ist die Beseitigung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Sie soll entweder durch ein totalitäres, sozialistisch-kommunistisches System oder durch eine "herrschaftsfreie Gesellschaft" ersetzt werden. Sie engagieren sich häufig im Bündnis mit anderen Interessengruppen - von lokalen Bürgerinitiativen bis hin zu Gewerkschaften, bei Bündnissen gegen Rechts auch bis hin zu nicht extremistischen Parteien.

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Linksextremisten auf einer Demonstration

Die verschiedenen linksextremistischen Bestrebungen versuchen mit verschiedenen Mitteln ihre Ziele umzusetzen. Linksextremisten greifen dabei unterschiedliche Themen- und Aktionsfelder auf und nutzen dabei ausgiebig das Internet. Damit werben sie gerade junge Menschen: die Jugendarbeit ist traditionell ein Schwerpunkt linksextremistischer Arbeit.

 

Ideologie und Ziele

Klassische Aktionsfelder des Linksextremismus sind:

 

„Antikapitalismus“

 

Dieses Themenfeld bildet den Kern der Vorstellungen des gesamten linksextremistischen Spektrums.

 

Dem Marxismus zufolge ist die kapitalistische Wirtschaftsform das dominierende Element menschlichen Daseins und bestimmt dadurch alle anderen Lebensbereiche. Linksextremisten identifizieren auf dieser Basis die freiheitliche demokratische Grundordnung mit dem Kapitalismus und bekämpfen diese, indem sie soziale Themen für ihre Zwecke instrumentalisieren.

 

„Antifaschismus“

 

Vor allem das Themenfeld „Antifaschismus“ zeichnet sich grundsätzlich für alle Linksextremisten dadurch aus, dass es eine hohe Anschlussfähigkeit an nichtextremistische Organisationen und Gruppierungen ermöglicht. Im Unterschied zur demokratischen Bekämpfung des Rechtsextremismus ist das linksextremistische „Antifaschismus“-Verständnis von Demokratie- und Menschenfeindlichkeit geprägt. In altkommunistischer Tradition unterstellen Linksextremisten der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland, selbst „faschistisch“ zu sein.

 

Sobald die Bewertung „Faschist“ vergeben ist, ist der Betroffene, unabhängig von seiner tatsächlichen Überzeugungen, nach linksextremistischem Urteil legitime Zielscheibe von Diffamierungen und Gewalttaten. Unter „Antifaschismus“ verstehen Linksextremisten bzw. Autonome nicht nur die konsequente Ablehnung rechtsextremistischer Bestrebungen, vielmehr setzen sie den offensiven „Kampf gegen Rechts“ mit dem „Kampf gegen das Ganze“, das heißt gegen das bürgerliche „System“, gleich.

 

„Antirassismus“

 

Das Themenfeld „Antirassismus“ stand in den letzten Jahren nicht im Mittelpunkt von Agitationen der linksextremistischen Szene in Hessen.

 

Das autonome „Antirassismus“-Verständnis konzentriert sich dabei nicht nur auf die Thematisierung der Flüchtlingsproblematik. Autonome wollen vor allem nachweisen, dass Staat und Gesellschaft selbst rassistisch sind und daher im linksextremistischen Sinne bekämpft und verändert werden müssen. Auch rechtmäßiges Handeln von Behörden gilt in dieser Diktion als rassistisch: „Nazis morden, der Staat schiebt ab – das ist das gleiche Rassistenpack“.

 

Daneben bedienen sich Linksextremisten noch den Themengebieten "Antirepression", "Antimilitarismus" und "Gentrifizierung".

 

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Eine Übersicht über die für das LfV Hessen relevanten Beobachtungsobjekte im Bereich Linksextremismus sowie weitere Informationen zu diesen, erhalten Sie in dem jeweiligen Jahresbericht.

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