Subkulturell orientierte Rechtsextremisten - Skinheads

Die Ursprünge auch der rechtsextremistischen Skinhead-Szene finden sich in den Arbeitervierteln britischer Großstädte Ende der 1960er Jahre. Skinheads agierten als subkulturelle Protestbewegung gegen soziale Missstände und steigende Arbeitslosigkeit. Die zunächst unpolitischen Skinheads demonstrierten ihre Protesthaltung durch das Tragen szenetypischer Kleidung wie Bomberjacke, Springerstiefel, breite Hosenträger sowie durch die kurz geschorenen Haare.

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Skinheads

Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre geriet die Szene zunehmend unter politischen Einfluss rechtsextremistischer Organisationen. Inzwischen ist das Spektrum zwar vielfältiger geworden, die Grenzen zwischen Skinhead-Bewegung und sonstigen subkulturell orientierten Rechtsextremisten sind jedoch nach wie vor fließend. Daher werden beide Begrifflichkeiten als Synonyme verwendet. Wenn im Folgenden von Skinheads die Rede ist, sind ausdrücklich nur rechtsextremistische Skinheads gemeint.

 

Rechtsextremistische Skinheads

Die meisten Skinheads besitzen kein geschlossenes rechtsextremistisches Weltbild. Vorherrschend sind eher diffuse rechtsextremistische Vorstellungen. Fundierte politische Arbeit ist eher untypisch für die Skinhead-Bewegung. Stattdessen steht die erlebnisorientierte gemeinsame Freizeitgestaltung im Vordergrund (z. B. Konzerte, Demonstrationen); häufig fördert Alkoholkonsum dabei die Gewaltbereitschaft.

 

In ideologischer Hinsicht lehnt sich die überwiegend unorganisierte Skinhead-Szene an das Gedankengut der Neonazis an. Die politische Auseinandersetzung findet jedoch nur in verkürzter, oberflächlicher Form statt.

 

Seit Beginn der 1990er Jahre bildet die Skinhead-Szene die zahlenmäßig größte Gruppe gewaltbereiter Rechtsextremisten in Deutschland. Beispielhaft seien an dieser Stelle die Hammerskins und das im Jahre 2000 verbotene "Blood & Honour" Netzwerk genannt.

 

Musik und Konzerte

Im vergleichsweise unorganisierten subkulturellen Rechtsextremismus stellt die Musik ein wichtiges Bindeglied und eine wichtige Kommunikationsplattform dar und ist zugleich Ausdruck des Lebensgefühls der Skinheads. Sie ist außerdem ein bedeutendes jugendorientiertes Medium zum Transport politischer Botschaften. Im Vordergrund des Musikerlebnisses stehen oft zunächst nicht ideologische Inhalte, sondern einprägsame Melodien und einfache Rhythmen, in einem zweiten Schritt wird durch die Hörer jedoch die entsprechende Ideologie verinnerlicht. Schließlich üben die in der Regel konspirativ organisierten, bisweilen illegalen Konzerte gerade auf junge Extremisten eine große Faszination aus.

 

Auch über das subkulturelle Spektrum hinaus nutzen Rechtsextremisten Musik als Lockmittel für Jugendliche. Die Einstiegshürde in den Rechtsextremismus ist hier niedrig, da Musik nahezu überall konsumierbar ist und in besonderer Weise die Emotionen der Jugendlichen anspricht sowie identitätsstiftende Erlebnisse vermittelt. Vor allem die NPD bedient sich mit ihren Schulhof-CDs, die bereits mehrfach aufgelegt wurden, sehr gezielt dieses Mediums.

 

Hier einige Beispiele für rechtsextreme Bands:

  • Störmanöver
  • Hauptkampflinie
  • Nordglanz
  • Gegenschlag

 

 

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Weitere Informationen zu den einzelen Beobachtungsobjekten erhalten Sie in unserem Jahresbericht und den Publikationen des Kompetenzzentrum Rechtsextremismus (KOREX).

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