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Verfassungsschutz warnt vor KI-generierten Inhalten, Deepfakes und Fehlinformationen im Wahlkampf

Pressemitteilung des Landesamts für Verfassungsschutz Hessen

Wiesbaden. Knapp 4,7 Millionen hessische Bürgerinnen und Bürger erhalten in diesen Tagen ihre Wahlbenachrichtigung für die Kommunalwahlen am 15. März 2026. Anlässlich der bevorstehenden Wahlkampfzeit in Hessens 421 Kommunen und 21 Landkreisen warnt das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen (LfV Hessen) vor Falschinformationen über Parteien/ Wählergruppierungen und Kandidatinnen und Kandidaten, die mittels KI-generierter Inhalte und so genannter Deepfakes die freie Meinungsbildung gezielt fehlerhaft bzw. irreführend beeinflussen können.

„Wir wissen bereits aus den Bundestagswahlen 2021 und 2025, dass Desinformation und Deepfakes im Wahlkampf massiv zunehmen. Doch gerade auf kommunaler Ebene können manipulierte Videos oder gefälschte Meldungen eine gefährliche Wirkung entfalten, da sie in einem vertrauten Umfeld besonders glaubwürdig erscheinen. Erschwerend kommt hinzu, dass vor allem kleinere Gemeinden oft nicht über die nötigen Ressourcen verfügen, um Desinformation aktiv zu begegnen. Dies macht es im ländlichen Raum deutlich schwieriger, gezielte Falschmeldungen rechtzeitig aufzudecken und zu entlarven. Die Bürgerinnen und Bürger können vor allem auf den unterschiedlichen Social-Media-Kanälen nur mit erhöhter Wachsamkeit manipulierte Inhalte erkennen. Informationen sollten kritisch hinterfragt werden, bevor sie unreflektiert geteilt werden“, so LfV-Präsident Bernd Neumann.

In Wahlkampfzeiten verbreiten sich Fake-Profile rasant

KI-generierte und gefälschte Bilder können vor allem auf den Social Media Plattformen wie Instagram, Facebook, Twitter, TikTok und Co. Meinungen beeinflussen, Debatten manipulieren und Wahrnehmungen gezielt verzerren. Wenn für die Wählerinnen und Wähler nicht mehr unterscheidbar ist, ob ein Video, Profil oder ein Kommentar echt ist, bricht die Vertrauensbasis weg, die für die demokratische Meinungs- und Willensbildung von entscheidender Bedeutung ist. Gerade im Wahlkampf verbreiten sich falsche oder irreführende Meldungen rasant.

Im Internet und in den sozialen Medien tauchen seit vielen Jahren ebenso immer wieder Fake-Profile auf, die vorgeben, zu Amtsträgern, Behörden oder anderen öffentlichen Stellen zu gehören, in Wirklichkeit aber nicht von diesen betrieben werden. Die Ziele solcher Fake-Profile sind äußerst heterogen. Dabei kann es sich um Humor und Satire handeln, aber auch um reine Desinformation und darum, das Bild der betreffenden Person oder Behörde in der Öffentlichkeit zu beschädigen. Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise vor allem Bürgermeisterinnen und Bürgermeister Opfer von Identitätsklau auf Social Media. Fake-Profile von Mandatsträgern sind - auch in Hessen - ein wachsendes Problem.

LfV-Sondereinheit widmet sich Kommunalwahlkampf 2026 in Hessen

„Fake-News und Manipulationen gefährden das Vertrauen in die Demokratie. Wir dürfen nicht zulassen, dass Desinformation und Manipulation die Wahlkämpfe in Hessen steuern und müssen gemeinsam für eine politische Kultur, die auf Fakten statt auf Fälschungen baut, eintreten“, so Bernd Neumann.

Das LfV Hessen hat deshalb eine spezielle temporäre Organisationsstruktur geschaffen, um noch schneller Informationen zur Kommunalwahl 2026 in Hessen auszuwerten. Eine eigens eingerichtete Sonderauswertungseinheit bündelt fortwährend Erkenntnisse aus den Bereichen Desinformation und Extremismus und bereitet diese für die zuständigen Stellen in Hessen aber auch für den bundesweiten Austausch auf.

(Stand: 19.02.2026)

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