Linksextremistische Aktivitäten im Internet

Die Anzahl deutschsprachiger, linksextremistischer Homepages im Internet bleibt mit etwa 1.000 seit einigen Jahren konstant. Davon weisen etwa 100 hessische Bezüge auf. Dabei sind Unterschiede zwischen orthodox-kommunistischen und den aktionistisch ausgerichteten Bereichen des Linksextremismus erkennbar.

Selbstdarstellung von Organisationen

Linksextremistische Parteien und Organisationen präsentieren sich im Internet – entsprechend ihrer internen Struktur – strukturiert und hierarchisch. Parteien stellen sich beispielsweise auf Bundes-, Landes- und Ortsgruppenebene im Internet dar. Außerdem werden Publikationen angeboten, mit deren Hilfe Leser über Zielsetzung und Themenfelder informiert werden sollen.

 

Darüber hinaus werden damit eigene Aktivitäten dokumentiert. Die Archivierung von Broschüren oder Zeitschriftenartikeln ist verbreitet. Inhaltlich beschäftigen sich die Seiten linksextremistischer Parteien und Organisationen mit brisanten politischen Themen der Zeit und sind aktuell.

 

Themenorientierte Auftritte autonomer Gruppen

Symptomatisch für die Internetauftritte Autonomer ist, dass diese auch im Internet ihre Hierarchiefeindlichkeit auszudrücken versuchen. Es fehlt eine ausgeprägte Strukturierung. Der Zugang zu den Internetauftritten erfolgt vielmehr über einzelne Themenfelder, die sich an den Schwerpunkten der einstellenden Gruppen orientieren und für den jeweiligen Nutzer interessant sind.

 

Autonome nutzen das Internet vor allem, um zeitnah Ereignisberichte und Bildmaterial über eigene oder fremde, aus autonomer Sicht relevante Aktionen zu verbreiten bzw. Recherchen über den politischen Gegner zu veröffentlichen. Einen weiteren Schwerpunkt stellen Terminkalender mit Ankündigungen über regionale und bundesweite Veranstaltungen und andere wichtige Aktivitäten dar.

 

Daneben betreiben Autonome auch so genannte "Kampagnenseiten", die zu bestimmten Aktionsfeldern genutzt werden. So hatte beispielsweise das „Bündnis antifaschistischer Gruppen Hessen“ (BASH) anlässlich der hessischen Landtagswahl 2008 die Internetkampagne „Statt wählen gehen: Regierung stürzen!“ ins Leben gerufen.

 

Internetportale

Portale dienen der Information, Kommunikation und Vernetzung innerhalb der linksextremistischen Szene.

Auf Portalseiten werden Informationen professionell strukturiert und themenbezogen zusammengefasst. Häufig werden die Meldungen in Form von Schlagzeilen angezeigt, wobei der gesamte Inhalt linkfähig zur Verfügung gestellt wird.

 

Darüber hinaus werden Internetportale, wie auch Mailinglisten und Webseiten eingerichtet, um  Gegenöffentlichkeit herzustellen und die Szene zu koordinieren, zu mobilisieren und zu organisieren.

 

Hacktivism

In den elektronischen Medien existieren mittlerweile „Guerillatechniken“, die in immer stärkerem Maße auch von Linksextremisten genutzt werden. Solche Aktionen wenden Linksextremisten gezielt gegen die Internetpräsenz des politischen Gegners an: Sie reichen vom gezielten Einbringen von Viren auf deren Rechnern bis hin zum Hacken ausgewählter Internetseiten.

Haben Sie noch Fragen zu diesem Thema?

Eine Übersicht über die für das LfV Hessen relevanten Beobachtungsobjekte im Bereich Linksextremismus sowie weitere Informationen zu diesen, erhalten Sie in dem jeweiligen Jahresbericht.

Die bei uns erhältlichen Publikationen finden Sie hier.

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