Rechtsextremistische Aktivitäten im Internet

Rechtsextremisten nutzen das Internet, das von deutschen Rechtsextremisten oft „Weltnetz“ genannt wird, vor allem für ihre Selbstdarstellung und Propaganda. Über das Internet mobilisieren sie für Demonstrationen und Aktionen. In eigens dafür eingerichteten Foren und Chats, aber auch über die sozialen Netzwerke erfolgt die Meinungsbildung und Kommunikation unter Rechtsextremisten.

„Weltnetz“ als Radikalisierungsmedium

In den sozialen Netzwerken versuchen Rechtsextremisten aber auch, neue, meist junge Menschen mit ihren Aussagen und Angeboten zu beeinflussen und für die rechtsextremistische Szene zu gewinnen. Moderne, professionelle Aufmachungen der Seiten oder Videoclips, oft unterlegt mit ansprechender Musik, erreichen insbesondere die jugendliche Klientel besser, schneller und wirkungsvoller als jedes Parteiprogramm.

Immer häufiger werden dazu auch Web-Radios genutzt. Durch ein breites Angebot an einschlägiger Musik lässt sich die Zielgruppe relativ leicht ansprechen.

 

In Hessen sind rund 50 rechtsextremistische Websites bekannt, bundesweit sind es rund 1.000.
Dabei handelt es sich um Seiten von NPD und Neonazis, aber auch von Einzelpersonen, die oftmals nur virtuell auftreten. Insgesamt haben klassische Internetpräsenzen in den letzten Jahren jedoch gegenüber interaktiven Formaten wie den sozialen Netzwerken, aber auch Youtube und Twitter kontinuierlich an Bedeutung verloren.

 

Schutz vor Strafverfolgung durch Provider im Ausland

Viele dieser Internet-Auftritte werden über ausländische Anbieter ins Netz gestellt. Damit wird eine Strafverfolgung durch deutsche Behörden ebenso erschwert wie die Löschung oder Sperrung der Seite. Seit einiger Zeit ist außerdem zu beobachten, dass rechtsextremistische Gruppierungen, Kameradschaften und Einzelpersonen ihre Internetpräsenz zunehmend auf Weblogs verlegen bzw. neu anlegen.

 

Für private Weblogs besteht in der Regel keine Verpflichtung zur Veröffentlichung eines vollständigen Impressums. Diesen Umstand machen sich die Betreiber rechtsextremistischer Blogs zunutze, um in der Anonymität zu bleiben. Sie begnügen sich zumeist mit der Angabe einer oftmals nicht zuzurechnenden E-Mail-Adresse.

Haben Sie noch Fragen zu diesem Thema?

Weitere Informationen zu den einzelen Beobachtungsobjekten erhalten Sie in unserem Jahresbericht und den Publikationen des Kompetenzzentrum Rechtsextremismus (KOREX).

Bei Fragen oder Anregungen wenden Sie sich jederzeit vertrauensvoll an uns.