Lehrerfortbildungen

Das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen hat seine Präventionstätigkeiten in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut und verstetigt – seit 2018 gehört die Prävention auch explizit zu seinem gesetzlichen Auftrag. Das Spektrum an Öffentlichkeits- und Präventionsmaßnahmen umfasst die Bereitstellung von Informationsmaterialien, die aktive Teilnahme am öffentlichen Diskurs durch Vorträge und Redebeiträge bei Podiumsdiskussionen sowie Presseauskünfte, zielgruppenorientierte Sensibilisierungsveranstaltungen (aufklärende Prävention) und Beratungsleistungen in konkreten Fällen (beratende Prävention).

Einen besonderen Schwerpunkt bildet unser Fortbildungsangebot für Lehrkräfte, dieses umfasst die folgenden Phänomenbereiche:

  • Rechtsextremismus,
  • Islamismus/Salafismus,
  • Nicht-religiöser Extremismus mit Auslandsbezug,
  • Linksextremismus und
  • Antisemitismus.

In der Vergangenheit haben unsere Veranstaltungen je nach individuellem Bedarf in den folgenden Formaten stattgefunden:

  • Fortbildung zentral für ein Staatliches Schulamt
  • Inhaltliche Gestaltung eines gesamten Pädagogischen Tages an einer Schule
  • Fortbildung für die gesamte Lehrerschaft einer Schule
  • Fortbildung für die Politikfachschaft einer Schule
  • Fortbildung im Rahmen einer Schulleiterdienstversammlung

Die folgenden Workshop-Beschreibungen stellen Beispiele dar, wie Fortbildungen zu dem jeweiligen Thema inhaltlich ausgestaltet sein und ablaufen können. Grundsätzlich werden die konkreten Veranstaltungen den Wünschen und Interessen der Bedarfsträger angepasst.

Bereich Rechtsextremismus

Inhalt:

  • ideologische Grundlagen des Rechtsextremismus
  • grundsätzliche rechtsextremistische Agitationsstrategien und Erscheinungsformen
  • Organisierter Rechtsextremismus in Hessen
  • Entgrenzung des Rechtsextremismus durch die "Neue Rechte"
  • Konservative Revolution
  • Identitäre Bewegung
  • Gegenüberstellung der "Alten" und "Neuen Rechten"
  • Kennzeichen, Symbole & Codes sowie szenetypische Kleidung der Rechtsextremisten

Methodik:

  • Vortrag
  • Gruppenarbeit: Videoanalyse
  • Diskussion

In dem ersten Teil des Workshops werden die Merkmale der rechtsextremistischen Ideologie sowie grundsätzliche rechtsextremistische Propagandastrategien vorgestellt. Durch das Kennenlernen der strategischen Grundmuster können rechtextremistische Erscheinungsformen im Alltag besser erkannt, zugeordnet und entlarvt werden. Im zweiten Teil des Workshops wird insbesondere die Entgrenzung des Rechtsextremismus durch die Ideologie, die Ziele und die Strategien der "Neuen Rechten" dargestellt.

Bereich Islamismus/Salafismus

Inhalt:

  • Islamismus als politische Ideologie
  • ideologische Grundlagen des Salafismus / Verfassungsfeindlichkeit der Ideologie
  • Unterscheidung in politischen und jihadistischen Salafismus
  • Erscheinungsformen in Hessen
  • Radikalisierungsprozesse und deren Erkennbarkeit (Motivationen, Faktoren, statistische Merkmale)
  • Prävention

Methodik:

  • Vortrag
  • Textarbeit (Gruppenarbeit)
  • Medieneinsatz (Video)

Im ersten Teil des Workshops werden zunächst die ideologischen Grundlagen von Islamismus und Salafismus dargestellt und gemeinsam die Verfassungsfeindlichkeit der Ideologie erarbeitet. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Abschnitt auf der Unterscheidung von politischem und jihadistischen Salafismus. Der zweite Teil des Workshops setzt sich mit dem praktischen Bezug - der Erkennbarkeit von Radikalisierungsprozessen - auseinander. Um Anhaltspunkte für die eigene Handlungskompetenz im Umgang mit Radikalisierung zu erhalten, wird auf verschiedene Aspekte von Radikalisierungsprozessen eingegangen. Im Anschluss daran werden die verschiedenen Präventionsangebote in Hessen vorgestellt.

Bereich Linksextremismus

Inhalt:

  • Denkmuster, Verhaltensweisen und thematische Schwerpunkte Autonomer
  • Autonome Bündnispartner (zur Planung und Durchführung gewalttätiger Auseinandersetzungen oder Übergriffen)
  • Auswirkungen autonomen Handelns am Beispiel der Krawalle in Frankfurt am Main (Eröffnung der EZB-Bank 2015) und in Hamburg (G20-Gipfel 2017)
  • Diskussion zur Frage: "Ist die Gewalt Autonomer Teil eines guten, gesellschaftlich akzeptierten Extremismus?"

Methodik:

  • Vortrag
  • Textarbeit
  • Diskussion

In dem Workshop werden insbesondere Denkmuster, Verhaltensweisen und thematische Schwerpunkte Autonomer erarbeitet. Außerdem wird verdeutlicht, mit welcher Unterstützung bzw. mit welchen Bündnispartnern Autonome kalkulieren, um ihre in der Regel gewalttätigen Auseinandersetzungen oder Übergriffe zu planen und durchzuführen.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Auswirkungen autonomen Handelns, die am Beispiel der Krawalle in Frankfurt am Main (Eröffnung der EZB-Bank 2015) und in Hamburg (G20-Gipfel 2017) behandelt werden. Zum Abschluss wird die Frage „Ist die Gewalt Autonomer Teil eines guten, gesellschaftlich akzeptierten Extremismus?“ diskutiert.

Bereich Nicht-religiöser Extremismus mit Auslandsbezug

Inhalt:

  • Auswirkungen der politischen Entwicklungen im Ausland auf Deutschland
  • Einflussnahme auf die deutsche Politik durch insbesondere neue nationalistische Kräfte
  • Diskussion: Entwicklungen und Gefahren durch Konflikte im Ausland

Methodik:

  • Vortrag
  • Textarbeit
  • Diskussion

In dem Workshop werden insbesondere die Auswirkungen der Entwicklungen in der Türkei in Deutschland bearbeitet: Die innertürkischen Verhältnisse führen dazu, dass in der türkischstämmigen Bevölkerung in Deutschland Unsicherheiten bestehen und Feindschaften aufgebaut werden; darüber hinaus sind Versuche feststellbar, Einfluss auf die deutsche Politik zu nehmen. Zum Abschluss werden mögliche Entwicklungen und Gefahren durch den Konflikt in der Türkei diskutiert.

Bereich Antisemitismus

Inhalt:

  • Überblick der Erscheinungsformen und Stereotype des Antisemitismus (religiös, politisch, rassistisch etc.) in unterschiedlichen Phänomenbereichen
  • Erscheinungsformen und Stereotype des Antisemitismus
  • Zusammenhänge und Verhältnis von Antisemitismus und Antizionismus
  • Abgrenzung von Antisemitismus und Kritik an Israel

Methodik:

  • Vortrag
  • Gruppenarbeit
  • Diskussion

In einem Einführungsvortrag wird anhand konkreter Beispiele zunächst ein Überblick über die verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus (religiös, politisch, rassistisch etc.) in unterschiedlichen Phänomenbereichen (Rechtsextremismus, Islamismus etc.) vermittelt. Im Anschluss daran setzen sich die Teilnehmer in Kleingruppen mit Zeitungsartikeln, Karikaturen und Videos auseinander und analysieren diese anhand von Leitfragen. Dabei geht es zum einen darum, Erscheinungsformen und Stereotype des Antisemitismus herauszuarbeiten, zum anderen soll aber auch erarbeitet werden, wie Antisemitismus und Antizionismus in den verschiedenen Materialien jeweils ineinandergreifen bzw. wie sich Antisemitismus und Kritik an Israel voneinander abgrenzen lassen. Hierbei steht der islamistische Antisemitismus im Vordergrund. Zum Abschluss werden die Ergebnisse der Kleingruppen im Plenum vorgestellt und diskutiert.

Die Fortbildung zu einem einzelnen Themenblock dauert im Regelfall etwa drei Zeitstunden. Hinsichtlich Dauer und inhaltlichen Schwerpunktsetzungen nehmen wir aber gerne Rücksicht auf individuelle Anforderungen und Wünsche.

Das LfV Hessen ist seit Beginn des Jahres 2009 durch die Hessische Lehrkräfteakademie des Hessischen Kultusministeriums als Anbieter von Fortbildungen für hessische Lehrerinnen und Lehrer akkreditiert.

Falls gewünscht, übernimmt das LfV Hessen die jeweilige Akkreditierung und die Ausstellung der Teilnahmebestätigungen. Sollten Sie an anderen verfassungsschutzrelevanten Themen interessiert sein, können wir im persönlichen Gespräch mögliche Vortragskonzeptionen erörtern.

Wir freuen uns, wenn unser Angebot Ihr Interesse weckt!

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Kontakt:

Aufklärende & Beratende Prävention

Landesamt für Verfassungsschutz Hessen

Konrad-Adenauer-Ring 49

65187 Wiesbaden

Tel.: 0611-720 566

Fax: 0611-720 140

praevention@lfv.hessen.de

Haben Sie Interesse an einer Fortbildungsveranstaltung?

Bei Fragen, Beratungswünschen oder Interesse an einer Fortbildung, wenden Sie sich bitte an uns.